Wir reden gern über Verletzlichkeit in der Führung - wie sie Vertrauen schafft, Verbindung stiftet und uns „authentisch“ macht. Klingt super, oder? Aber hier kommt die unbequeme Wahrheit: Verletzlichkeit hat Konsequenzen.

Als Führungskraft sind Sie nicht nur für das verantwortlich, was Sie sagen oder tun - Sie sind für die Stimmung aller um Sie herum verantwortlich.

Das ist die Macht (und die Last) der emotionalen Ansteckung.

Ihr Frust bleibt nicht bei Ihnen. Ihre Angst bleibt nicht bei Ihnen. Ihr Optimismus und Ihre Ruhe übrigens auch nicht.

Die Emotionen, die Sie in einen Raum mitbringen, geben für alle anderen den Ton an.

Es geht nicht darum, etwas vorzuspielen oder sich hinter einer Maske zu verstecken. Es geht darum zu verstehen, dass es bei Verletzlichkeit nicht nur um Sie geht - sondern darum, wie Ihre Emotionen sich auf die Menschen übertragen, die Sie führen. Authentizität ohne Selbstwahrnehmung kann schnell im Chaos enden.

Das ist die Herausforderung: die Balance zu finden. Verletzlich zu sein heißt nicht, Ihren Stress oder Ihre Zweifel auf das Team überspringen zu lassen. Es heißt zu wissen, wann Sie etwas teilen, wie Sie sich selbst regulieren und wie Sie bewusst führen. Verletzlichkeit ohne Grenzen?

Das ist Verantwortungslosigkeit.

Reife Führungskräfte wissen, dass ihr emotionaler Zustand eine öffentliche Angelegenheit ist. Sie übernehmen die volle Verantwortung - nicht nur für ihre Entscheidungen, sondern auch für die Energie, die sie im Raum erzeugen.

Die Verhaltensforschung bestätigt das. Eine Studie von Dimant (2019) zeigte, dass antisoziales Verhalten - etwa Egoismus oder Negativität - oft ansteckender ist als prosoziales Verhalten.

Eine ernüchternde Erinnerung: Ihr schlechter Tag kann sich weiter und schneller ausbreiten als Ihr guter.

Und es geht noch weiter. Zum Glück auch auf der hellen Seite:)

Christakis und Fowler (2011) fanden heraus, dass sich Glück in sozialen Netzwerken über bis zu drei Ecken verbreiten kann. Ein glücklicher Freund erhöht Ihre Chance, glücklich zu sein, um 15 %, der Freund eines Freundes um 10 % und der Freund eines Freundes eines Freundes um 6 %. Stellen Sie sich denselben Effekt umgekehrt vor, mit Stress oder Negativität.

Also, die Frage lautet: Führen Sie die Stimmung Ihres Teams, oder führt Ihre Stimmung das Team?

Wenn das Thema bei Ihnen gerade aktuell ist

Führungskräfteentwicklung

Führung ist keine Rolle, sondern Verhalten. Programme von der ersten Führungsrolle bis zur Geschäftsleitung.

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