Keines der 56 ungarischen Unternehmen hat im Readiness-Test von Y2Y die volle Punktzahl erreicht. Bei jedem zweiten Unternehmen besteht dringender Handlungsbedarf.

Pressemitteilung, Budapest, 13. Oktober 2026

Die Umsetzungsfrist der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist am 7. Juni 2026 abgelaufen. Die ungarische Regelung ist noch in Arbeit, die Unternehmen müssen sich aber schon jetzt vorbereiten. Auf der Website paytransparency.hu von Y2Y Hungary haben zwischen März und Oktober 2026 56 ungarische Unternehmen den Readiness-Test mit 10 Fragen ausgefüllt. Das durchschnittliche Ergebnis liegt bei 4,3 von 10 Punkten. Kein Unternehmen erreichte 10 Punkte, nur 13 Unternehmen (23 %) sind auf einem guten Weg, und bei 25 Unternehmen (45 %) besteht dringender Handlungsbedarf.

Die größten Lücken

  • Nur 10 % haben ein Verfahren für den Fall, dass sich Beschäftigte wegen ungleicher Bezahlung beschweren.
  • Zwei Drittel (66 %) könnten Beschäftigten den nach Geschlecht aufgeschlüsselten Medianlohn vergleichbarer Tätigkeiten nicht nennen, obwohl laut Richtlinie alle Beschäftigten diese Auskunft verlangen können.
  • 63 % haben keine schriftliche Vergütungspolitik, es ist also nirgends festgehalten, nach welchen Kriterien entschieden wird, wer wie viel verdient.
  • Nur 30 % nennen die Gehaltsspanne in der Stellenanzeige.
  • 59 % verfolgen das geschlechtsspezifische Lohngefälle nicht regelmäßig, und nur jedes zweite Unternehmen könnte sagen, wie groß es bei ihm ist.

Die gute Nachricht: 85 % der Unternehmen fragen Bewerbende nicht mehr nach ihrem bisherigen Gehalt, was die Richtlinie ausdrücklich verbietet.

„Entgelttransparenz ist keine Aufgabe der Lohnabrechnung, sondern eine Führungsaufgabe. Wenn eine Führungskraft nicht erklären kann, warum zwei Menschen für dieselbe Arbeit unterschiedlich bezahlt werden, ist das kein Excel-Problem, sondern ein Vertrauensproblem. Wir sehen, dass die Unternehmen auf das ungarische Gesetz warten, während die Beschäftigten schon jetzt Fragen stellen.“

Dorka Nagy-Józsa, Gründerin und CEO von Y2Y

Methodik

Freiwilliger Online-Test (paytransparency.hu), 10 Ja/Nein-Fragen entlang der zentralen Pflichten der EU-Richtlinie 2023/970. 56 Unternehmen, zwischen dem 17. März und dem 4. Oktober 2026, 37-53 Antworten pro Frage. Die Stichprobe ist nicht repräsentativ, die Teilnehmenden stammen vermutlich eher aus Unternehmen, die sich für das Thema interessieren. Die Ergebnisse sind anonyme, aggregierte Daten, kein Unternehmen lässt sich daraus identifizieren.

Über Y2Y

Die Y2Y Hungary Kft. ist ein Organisationsentwicklungsunternehmen mit Sitz in Budapest und bietet Führungskräfteentwicklung, Coaching, KI-Trainings und Beratung an. Sie ist das einzige ungarische Organisationsentwicklungsunternehmen, das als Registered Services Partner im Claude Partner Network von Anthropic registriert ist.

Pressekontakt: Dorka Nagy-Józsa, dorka@y2y.hu, +36 30 413 4409

Wo steht Ihr Unternehmen? Der Test mit 10 Fragen ist kostenlos und dauert 3 Minuten: paytransparency.hu

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