Ich bin umsonst ins Büro gefahren. Sie hat nicht gleich hinzugefügt: „Aber das war das letzte Mal.“

Nicht der Typ dafür. Eher stellte sie leise und traurig fest, dass sie fast zwei Stunden hin und zurück unterwegs war.

Dafür.

Hat einen Haufen Diesel verpufft. Sie hätte auch die Straßenbahn nehmen können, aber sie erträgt dieses Gedränge nicht, und außerdem traut sie sich kaum, es zuzugeben, aber sie will sich nichts einfangen.

Noch eine Krankheit, das fehlte gerade noch.

Also blieb es beim Auto.

Bezahlen tut das natürlich nicht sie, sondern die Firma. Damit wird es auch noch ordentlich Arbeit geben: Erst an der zweiten Tankstelle gab es überhaupt Diesel. Also fuhr sie zur zweiten, ließ sich eine Rechnung geben und hat dabei wenigstens die ganze Morgenshow im Radio gehört. Dann darf sie sich bei der HR rechtfertigen, warum sie nicht mit der Tankkarte getankt hat, aber wenn's halt nichts gibt.

So hat sie erst gegen Viertel nach neun mit der Arbeit angefangen, zu Hause wäre sie da schon fast anderthalb Stunden dran, um die Zeit wird es still im Haus, die Kinder sind dann schon in der Schule.

Aber das allein würde ja noch nicht wehtun. Erst als sie schon nach Hause hetzte und das ältere Kind anrief, ob es nicht versuchen könne, das jüngere einzusammeln, weil sie es bestimmt nicht rechtzeitig schafft. Warum zum Teufel sind schon wieder überall so viele Leute unterwegs? Advent, klar.

Das Büro dagegen: leer. 

Wen sie sprechen wollte, war heute dann doch nicht da. Péter kam am Ende auch nicht, obwohl er es versprochen hatte, aber sein Kind hat Fieber, also lief am Ende alles über Teams.

Sie hätte genauso gut in ihrer Küche sitzen können. Sie hätte für heute den Szaloncukor, die ungarischen Christbaum-Bonbons, nach Hause bestellen können, hat sich aber nicht getraut, weil sie vielleicht nicht rechtzeitig heimkommt, und jetzt ist er natürlich nicht mehr im Angebot.

Am Nachmittag kann sie es nicht mehr erledigen, weil sie zu den Kindern hetzt.

Nächstes Mal fährt sie nicht rein, sagte sie schließlich selbstbewusst. Wir wissen beide, dass das nicht stimmt.

Gábor wird als Erster kündigen, vielleicht wachen sie dann auf. Wenn er sagt, dass es deswegen ist. Er hat ausgerechnet: Wenn er am 1. Dezember kündigt, kann er gerade noch seinen diesjährigen Resturlaub abbummeln, und nach der energiesparenden Winterpause fängt er schon an der neuen Stelle an.

Beziehungsweise zu Hause, denn sonst wird sich nichts ändern. Noch dazu geht er zu einem Zulieferer, kein feiner Zug, aber das Wettbewerbsverbot fehlt in seinem Vertrag, und dort ist schon alles komplett remote. 

Dort ist schon alles komplett remote. Mein Gott, wie ich ihn beneide: keine zwei Pflichttage pro Woche, keine drei Pflichttage pro Woche, gar nichts. Ein kleines Büro, das gibt es. Gruppenräume nennen sie die, wie früher bei uns im Kindergarten. Ist auch so ähnlich, aber immerhin freuen sie sich, wenn sie sich ab und zu sehen. Nicht jeden Montag. Muss auch nicht sein.

Nächstes Mal fahre ich trotzdem nicht rein - wiederholt sie trotzig, dann rudert sie natürlich zurück, eigentlich fährt sie ja gern rein, die anderen sind auch nett, aber man weiß nie, wer da ist. Ist ja auch kein Kindergarten, weißt du, langsam sind wir wie im Gymnasium, jeder hat seine kaum bekannte Tante schon sechsmal beerdigt.

Wir erfinden alles Mögliche, nur um nicht umsonst reinfahren zu müssen. 

Ich hasse Staus.

Und das kalte Büro.

Und das Mittagessen für 2490 HUF.

Bei dem ich am Ende auch noch jedes Mal den Nachtisch esse, obwohl ich den gar nicht wollte. 

Zu Hause ist es leichter.

Wäre es.

Wird es.

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