Also gut.

Unser Artikel letzte Woche, aus der wirklich spitzen Feder unserer Gastautorin (ich liebe es!!), hat bei allen die Sicherung rausgehauen. Es kamen unzählige Kommentare, noch nie wurde ein Artikel so oft geteilt und gelikt, und wir schreiben immerhin seit neun Jahren.

Weil das Ganze allen wehtut, ja. Niemand will zurück.

Auf LinkedIn (Sie sind nicht dort? Warum denn nicht, jeder sucht irgendwann mal einen Job!!!:)) ) habe ich schon ausführlich erzählt, wie weltweit der ERWARTETE und der TATSÄCHLICH GELEISTETE Bürotag auseinanderklaffen.

Denn ja, die Zugangskarten gehen von selbst durchs Drehkreuz, ja, man kauft sich ein Sandwich und fährt wieder nach Hause. Das ist die Realität, das machen Sie alle.

Und natürlich sind auch viele von Ihnen gern im Büro, aber noch lieber ist es Ihnen, wenn man Sie in Ruhe selbst ENTSCHEIDEN lässt, wo Sie arbeiten. Ehrlich gesagt haben wir das schon 2016 aufgeschrieben, damals hat sogar HVG, das große ungarische Wirtschaftsmagazin, darüber berichtet. Und siehe da: Es hat sich rein gar nichts geändert. Schon damals war Flexibilität das wichtigste Kriterium bei der Entscheidung für einen Job (natürlich, ja, nach dem Nicht-Verhungern), und das ist sie heute noch. 

Aber warum schafft es dann eine ganze, riesige Generation (ist sie wirklich, googeln Sie es) nicht, durchzusetzen, dass wir bitte endlich von dort arbeiten dürfen, wo wir wollen?

Ganz einfach, weil wir es seit gut ein paar hundert Jahren nicht schaffen, Büroarbeit mit einem ordentlichen Performance Management zu begleiten.

As simple as that.

Wenn wir messen könnten, was Olivér im Büro macht und was er 2020 zu Hause gemacht hat, nachdem er seinen Túró Rudi (den ungarischen Kult-Quarkriegel) mit dem Domestos-Lappen abgewischt hatte, dann könnte man es jetzt allen unter die Nase halten: Er hat genau dasselbe gemacht, mein Lieber.

Nicht weniger und nicht mehr. 

Aber das können wir nicht. Weil wir nichts dafür getan haben.

Als ich 2004 bei einem internationalen Kurierdienst angefangen habe, haben wir Leistung so gemessen: Sie haben erzählt, für wie brav Sie sich selbst halten.

Dann hat es Ihr Chef auch erzählt.

Heute, 2025, schlappe 21 Jahre später, messen wir Leistung so: Sie erzählen, für wie brav Sie sich selbst halten.

Dann erzählt es Ihr Chef auch.

Wenn ich also als Chefin Lídia lieber mag als Olivér, weil sie zwar schlechter arbeitet, aber schneller antwortet (#truestory), dann gebe ich ihr eine höhere Punktzahl.

Tja, das ist keine Leistungsmessung.

Etwas anderes gibt es aber nicht. Übertreibe ich?

Ja.

Sehr?

Nein.

Denn wenn ich nicht recht hätte, könnten wir beweisen, dass hybrides Arbeiten funktioniert. 

Können wir aber nicht.

Natürlich mag es Sie, wenn Sie zu den 1245 Likes oder den 280 Shares auf Facebook gehören, trösten, dass auch Ihr Chef nicht beweisen kann, warum Sie ins Büro kommen müssen. 

Anordnen kann er es trotzdem. Und Sie können so tun, als würden Sie hingehen.

Und dann dürfen Sie einmal im Jahr Ihre Meinung zu seiner Leistung abgeben, falls das bei Ihnen üblich ist.

Das wäre übrigens das richtige Wort für das, was wir tun.

Leistungsmeinungsabgabe. Vielleicht mit Bindestrich.

Aber weder Bewertung noch Messung.

Leider.

Wenn das Thema bei Ihnen gerade aktuell ist

Führungskräfteentwicklung

Führung ist keine Rolle, sondern Verhalten. Programme von der ersten Führungsrolle bis zur Geschäftsleitung.

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