Und ich habe immer noch keinen Begriff für diese Artikel, bei denen schon der Titel alles sagt - eigentlich schade, noch dreißig Minuten auf die Tastatur einzuhämmern. Aber lassen Sie mich ruhig hämmern, ich habe dieses Jahr ohnehin noch keinen Kaffee warm getrunken.

Entwicklungsjahre haben ja diese Eigenschaft, dass sie am 1. Januar beginnen und bis zum 31. Dezember dauern. Ziemlich standardmäßige Eigenschaft, ja, vermutlich nicht nur auf unserem Markt :) Trotzdem schade, das einfach hinzunehmen. Wie Mark Twain sagen würde: Wann immer Sie feststellen, dass Sie auf der Seite der Mehrheit stehen, ist es Zeit, innezuhalten und nachzudenken.


Es gibt zwei Arten von Menschen. Die einen glauben, dass man die Einstellung und Haltung von Menschen formen kann - im besseren Fall werden genau sie zu Führungskräften ernannt.

Die anderen glauben: Wer Müll war, bleibt Müll.


Nicht mein Ausdruck, sondern der von einem meiner Geschwister (und Sie sehen, ich achte sogar auf Persönlichkeitsrechte: Ich habe zwei!! :) ), ziemlich hart, zugegeben, aber wenigstens anschaulich.

Kategorie B können wir hier gleich abhaken. So jemand würde in seiner Organisation nie ein Projekt anstoßen, das auf Veränderung zielt, denn er glaubt ja nicht daran, dass Menschen sich ändern können (weil das dasselbe ist? Mhm, ja. Die Organisation = die Menschen, die Menschen = die Organisation. Keines von beiden wird sich ohne das andere verändern :) )


Innerhalb eines Jahres eine echte, umfassende Veränderung von einer ganzen Organisation zu erwarten, halte ich für naiv.

Wirklich.


Solange Sie also das System nicht hacken und herausfinden, wie man etwas über Jahre hinweg beharrlich durchzieht, können Sie sich das Anfangen sparen. Natürlich spitze ich zu, sonst lesen Sie es ja nicht :) Es ist natürlich nicht schlicht sinnlos anzufangen, es wird nur nicht die Veränderungen bringen, die Sie sich als Ziel setzen. Bei einer Organisation mit zwanzig Leuten sage ich noch okay, bei zweihundert ist es ein Grenzfall, bei fünfhundert wird es nicht klappen, und bei fünftausend klappt es überhaupt nicht, nicht im Geringsten :).


Zur Ehrenrettung aller, die Organisationen entwickeln: Das liegt nicht (nur) daran, dass ein Projekt, das wirklich die gesamte Organisation umfasst, so wenig wirksam wäre.


Sondern daran, dass sich „ein Jahr“ bei genauerem Hinsehen oft als, sagen wir, 5 Tage Aufwand pro Führungskraft entpuppt. Das sind 5 Entwicklungstage, also netto vielleicht 30 Stunden. In einem Jahr. Ich habe im November angefangen, Klavier zu lernen, übe täglich eine halbe Stunde, und was ich da produziere, ist nach wie vor unzumutbar. Ich sag's ja nur 🙂

Und wenn diese dreißig Stunden um sind, schließen Sie das Projekt brav ab. Warum? Weil Sie für das nächste Jahr kein genehmigtes Budget haben, siehe oben. Auch hier gibt es übrigens meist zwei Fälle. Im einen gibt es trotzdem ein Budget für das nächste Jahr, nur die Freigabe verzögert sich. Erstellt wird es übrigens äußerst ausgeklügelt, ungefähr so:


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Und damit haben wir den Rahmen sogar erhöht, zwar nicht um die Inflation, aber ein klein wenig. Im Klartext: Dafür gibt es natürlich weniger Entwicklungsstunden, aber wir wollen ja nicht jammern. Bei anderen wurde gleich die ganze Kostenzeile gestrichen, es ist ja Krise, da wird nicht entwickelt. 


Leider heißt ein Budget aber noch lange nicht, dass niemand über Ihnen sitzt. Ob per Dotted Line in Zürich oder ganz klassisch eine Ebene über Ihnen.


Aber egal, wo diese Person sitzt: Sie können nicht einfach zu ihr reingehen und sagen: Hör mal, dieses Jahr machen wir dasselbe wie letztes Jahr. Das haben wir uns so überlegt. Und weil das nicht geht, weil wir uns das nicht erlauben, müssen Sie sich etwas Neues ausdenken. Im schlimmeren Fall hat man es sich schon in Zürich ausgedacht. Zu deren Verteidigung: Die haben auch Vorgesetzte. Und auch dort glaubt man, dass man sich jedes Jahr endlich etwas Neues einfallen lassen muss.


Solange Sie aber die Arbeit des Vorjahres nicht fortsetzen, müssen Sie in 30 Stunden Klavierspielen lernen. Geht aber nicht. Meine ältere Tochter hat in einem Halbjahr sogar mehr Stunden Kirchengesang (??), und trotzdem kann sie keinen Psalm singen. Gott sei Dank. 


Und weil es in Organisationen diesen Glauben gibt, dass man ETWAS NEUES machen muss, wird jedes Jahr das Klavier in die Ecke gestellt, und die Querflöte ist dran. Dann das Schlagzeug. Und dann wundert man sich, dass die Band am Ende eher fragwürdig klingt.


Solange Sie diesen Glauben nicht irgendwie durchbrechen, fangen Sie gar nicht erst mit einer Kulturentwicklung für die gesamte Organisation an - Sie werden keine echte Veränderung messen können. Nicht, weil Sie falsch messen, sondern weil es keine geben wird. 


Wenn das Thema bei Ihnen gerade aktuell ist

Führungskräfteentwicklung

Führung ist keine Rolle, sondern Verhalten. Programme von der ersten Führungsrolle bis zur Geschäftsleitung.

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