Ehrlich gesagt kriege ich bei dem Thema ja Ausschlag. Ich glaube, ein Großteil dessen, was wir über Zeitmanagement denken, steckt so tief in uns, aus so fest verankerten Überzeugungen, dass ein Trainer schon ein echter Meister seines Fachs sein muss, um daran etwas zu bewegen. Trotzdem sind solche Trainings ab einem gewissen Punkt natürlich nützlich, zum Beispiel wenn Sie bereits beschlossen haben, Ihren ewigen Ausreden-Modus zu beenden, und sich mit ein paar netten Techniken auch ein bisschen selbst unterhalten wollen, statt einfach der einzigen existierenden Zeitmanagement-Regel zu folgen: Für das, was mir wichtig ist, nehme ich mir Zeit.
Ein unterhaltsames Thema übrigens, so viel Passiv haben Sie Menschen noch nie reden hören. Es passiert uns allen an einem einzigen Tag so viel außerhalb unseres Einflussbereichs (und das über Jahre, Jahrzehnte hinweg), man glaubt es kaum. :)
Die Pomodoro-Technik, die drei To-dos am Tag (die liebe ich übrigens, eine Zeit lang hatte ich sogar eine App dafür auf dem Handy), das Unangenehmste zuerst erledigen, die unzähligen GTD-Techniken: Das alles ist sehr gut brauchbar. Wenn Sie akzeptiert haben, dass Sie genauso viel Zeit haben wie die Person neben Ihnen, und nein, übrigens kann keiner von Ihnen beiden beeinflussen, wie viel.
Da steckt übrigens ein schiefes Bild drin: 8 Milliarden Menschen versuchen, etwas zu managen, das komplett außerhalb ihres Einflussbereichs liegt.
Aber gut.
Der Trick.
Falls mir jemand sagen kann, von wem er stammt, verlinke ich das gern nachträglich, ich habe keine Ahnung, ChatGPT hakt und Google weiß es auch nicht. Die Übung dauert etwa 5 Minuten, Sie brauchen dafür ein weißes Blatt Papier, Ruhe und einen Stift.
Schreiben Sie die 25 wichtigsten Dinge in Ihrem Leben auf, die Sie tun möchten. Ich verbringe jeden Tag echte Zeit mit meiner Familie. Ich bewege mich jeden Tag. Ich lerne jeden Tag etwas. Ich meide Fertiggerichte. Ich gehe an die frische Luft, egal wie scheußlich das Wetter ist. Beim sechsten Anlauf hänge ich die Wäsche jetzt aber wirklich immer gleich auf.
Bringen Sie sie in eine Reihenfolge: 1. das Wichtigste, 2. das Zweitwichtigste usw. Hier werden Sie schon ein bisschen grübeln, vieles lässt sich schwer hinter etwas anderes einordnen, aber ziehen Sie es jetzt durch, es ist wichtig.
So, und jetzt ziehen Sie einen Strich unter die Top 5. Das sind die fünf Dinge in Ihrem Leben, denen Sie ab sofort Priorität geben. Egal, was kommt.
Und das Spannende daran: Der eigentliche Rat lautet, die nächsten zwanzig um jeden Preis zu meiden. Denn genau das sind die Tätigkeiten, die wichtig genug sind, dass Sie ihnen Aufmerksamkeit schenken, und damit genau die, die Ihnen die Zeit für die wirklich wichtigen Dinge rauben.
Und das ist leider verdammt wahr, wer auch immer es sich ausgedacht hat. Also bitte schön befolgen. Natürlich heißt das nicht, dass Sie ab jetzt vor dem Schlafengehen nie mehr aufräumen dürfen, auch wenn das auf Ihrer Liste, sagen wir, auf Platz 8 gelandet ist. Sondern: Wenn „Ich bewege mich jeden Tag“ auf Platz vier steht und Aufräumen auf Platz acht, es aber 21 Uhr ist und Sie sich noch nicht bewegt haben, dann fangen Sie nicht mit dem Aufräumen an, sondern holen brav Ihre Hanteln hervor.
Danach können Sie ohnehin nicht gleich einschlafen, also ist dann das Aufräumen dran. :)