Die Personen dieser Geschichte sind natürlich frei erfunden, jede Ähnlichkeit mit der Realität, blabla.

Warum muss man GENAU DREI Tage ins Büro?

Nicht zwei.

Nicht vier.

Genau drei.

Warum?

Weil... darum.

Besonders spannend ist das bei Firmen, bei denen die direkte Führungskraft und das gesamte Team auf einem anderen Kontinent sitzen. SSCs zum Beispiel, ja. 

Und erst recht, wenn Sie die letzten zwanzig Jahre auf dem Arbeitsmarkt miterlebt haben und mit großer Sicherheit vorhersagen können, was daraus 2028 wird. Oder 2030. (Mhm, Remote Work, ja. Zumindest für die, deren Position dann noch existiert. Aber darauf kommen wir zurück, falls es meine dann noch gibt!! :) )

Aber heute ist Februar 2025, also zurück in die Gegenwart, und schauen wir uns diese brillante Praxis einmal genauer an:

Morgens:

  • Sie stehen auf

  • Sie ziehen sich business casual an (Oxymoron!! Ihr armer Großvater würde sich übrigens im Grab umdrehen, der hat sogar sonntags für den Markt die Stoffhose angezogen, und bei Ihnen ist die Jogginghose business casual..:)) )

  • Sie fahren mit Straßenbahn/Bus/Auto ins Büro

  • Wenn Ihnen ein Parkplatz zugelost wurde (true story, sehen Sie, es geht noch tiefer), fahren Sie rein, wenn nicht, zahlen Sie fürs Parken und laufen dann, immerhin sind Sie an der frischen Luft

  • Sie checken mit Ihrem Badge am Drehkreuz ein

  • Sie gehen in die Cafeteria

  • Sie kaufen ein Sandwich

  • Sie fahren nach Hause

Und das machen Sie dreimal. Weil einmal zu wenig wäre und viermal schon zu viel. Makes sense, oder? 

Währenddessen schlürft Ihr Chef irgendwo in London, Dublin oder Singapur seinen Kaffee Matcha Latte und hat keine Ahnung, dass Sie gerade für 10 % Ihres Monatsgehalts dieses Sandwich im Erdgeschoss des Bürogebäudes gekauft haben.

„Aber warum muss man das machen?“ - fragen Sie, naive Arbeitnehmerseele.

Die Antworten? Zumindest von den tapferen 7 von 1300, die sich überhaupt trauen, die Frage zu stellen:

„Das ist die Policy.“ Na, wenn das so ist.. 

„Das hat sich so ergeben.“ Wie das Universum. Urknall, dann drei Tage Präsenz.

„Persönliche Anwesenheit ist wichtig.“ Für wen?

„Damit man die Kultur kennenlernt.“ Die Kultur?

Die Kultur lernen Sie natürlich am besten kennen, wenn Sie drei Tage lang allein in einem Großraumbüro auf den Monitor starren, während der Rest Ihres Teams in drei verschiedenen Zeitzonen surft.

„Okay, aber immerhin lernt man die Kollegen kennen!“

Klar. Und zwar die, die:

  • nicht heute einen ihrer drei wöchentlichen Knasttage Bürotage absitzen

  • im Urlaub sind (während Sie das Geld, das Sie für den Urlaub zurückgelegt haben, für das Sandwich von gestern ausgeben)

  • in einer anderen Zeitzone arbeiten (und nur in Teams existieren, weil auch das Quartalsevent abgesagt wurde - wir machen ja jetzt Sustainability. Die gilt allerdings nicht für Dienstag bis Donnerstag, da kommen Sie bitte allein mit dem Firmen-SUV, aber fliegen Sie bloß nicht einmal im Jahr nach Berlin, das schadet hier allen.)

  • oder einfach auf einem anderen Stockwerk sitzen (was so ist, als wären sie in einer anderen Galaxie)

  • Und, ich nenne Ihnen sogar noch welche: die, die ebenfalls ins Büro gekommen sind, sich aber - weil bei Ihnen nicht nur das Einchecken zählt, sondern auch kontrolliert wird, wann man wieder geht - auf einem anderen Stockwerk VERSTECKT haben (true story!!! auch das, ja), um arbeiten zu können (!!)

Und hören Sie: Das weiß JEDER. Die HR. Die Führungskräfte. Sie. Ich.

Sogar die Dame an der Theke weiß es, die weiß, dass Sie das mit Thunfisch nehmen, und Ihnen deshalb eins zurückgelegt hat. Aber wir spielen alle brav unsere Rolle in diesem Corporate-Theater, wie in einer Erzählung von Kafka.

Aber wer sind wir schon, diese heilige Tradition infrage zu stellen? Vielleicht hat das dreimalige Einchecken ja eine mystische Bedeutung. Wie im Märchen: drei Wünsche, drei Prüfungen, drei Bürotage.

Bis dahin: Jammern Sie nicht, es ist, wie es ist. So ist es auch im anderen Gebäude, so ist es auch beim anderen Konzern, so ist es sogar im anderen Land, also nutzen Sie diese drei Tage weise! Kartieren Sie alle Cafés und Mittagslokale in der Nähe.

Bauen Sie eine Beziehung zum Sicherheitspersonal auf. Deren Job ist es, da zu sein.

Oh wait. Dann ist das ja bei Ihnen auch Ihr Job. Drei Tage die Woche.

Wenn das Thema bei Ihnen gerade aktuell ist

Führungskräfteentwicklung

Führung ist keine Rolle, sondern Verhalten. Programme von der ersten Führungsrolle bis zur Geschäftsleitung.

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