Ob sie weiß, worin sich Executive Coaching und Business Coaching (oder eben nicht) voneinander unterscheiden. Aber heute beschäftigt uns diese Frage überhaupt nicht mehr.
Es gibt inzwischen unzählige Coaching-Plattformen, die sich - offen zugegeben oder auch nicht - vorgenommen haben, der KI über ihre Oberfläche das Coachen beizubringen, anhand der Prozesse, die dort in mehr als 50 Sprachen ablaufen. Auch wir arbeiten für solche Firmen - und zwar nicht nur für eine - und bringen es ihr redlich bei. Denn aus den Millionen analysierter Coaching-Stunden wird die künstliche Intelligenz ganz sicher bald ein viel besserer Coach: ein viel besserer Zuhörer, Fragensteller und Reflexionspartner als alle MCC-Coaches zusammen. Sie wird keinen schlechten Tag haben, sie wird sich in keiner Situation selbst wiedererkennen, ihr persönliches Unterbewusstsein wird sie nicht beeinflussen, und nicht zuletzt kann sie dem Coachee wirklich 100 % ihrer Aufmerksamkeit schenken - im Gegensatz zum Menschen, der selbst dann bei maximal 80 % landet, wenn ihm schon die Augen aus dem Kopf quellen.
Wenn Sie es nicht glauben, bitten Sie doch einfach mal ChatGPT, Ihr tobendes achtjähriges Kind dazu zu bringen, die Jacke anzuziehen. So souverän und klar haben Sie garantiert noch nie in Ihrem Leben ein Elternteil reden hören. Und die Jacke war an. True story!
Dass sie besser sein wird als menschliche Coaches (oder es schon ist?), steht außer Frage, denn sie wird Ihnen wirklich dabei helfen können, jedes beliebige Problem in 20 Minuten zu lösen. Die Frage ist nur, ob der Anbieter, der die Plattform betreibt, überhaupt ein Interesse daran hat, dass Sie Ihre Herausforderung in 20 Minuten lösen. Da halb Hollywood davon lebt, genau dieses moralische Dilemma zu sezieren, überlasse ich das gerne den Kollegen dort.
Mich interessiert vielmehr: Braucht der Coachee im Coaching wirklich, dass er seine Schwierigkeit mit Hilfe des Coaches in 20 Minuten löst?
Will er nicht einfach nur Dampf ablassen?

Braucht er nicht einfach jemanden, der ihm zuhört?
Braucht er nicht, dass Vertrauen zum Coach wächst, damit er dessen Feedback und Reflexion annehmen kann?
Braucht er nicht gerade, einfach mal laut denken zu dürfen?
Anders gefragt: Wird Effizienz wirklich die einzige Messgröße im Coaching sein?
Auf diese Dilemmata haben wir noch keine gute Antwort. Wir beobachten, üben, sammeln Erfahrungen und suchen danach, was unser Mehrwert als Menschen im Coaching-Beruf sein wird. Ich gehe jetzt gleich mal und frage die KI danach…
Disclaimer:
Bei uns coachen derzeit noch Menschen aus Fleisch und Blut - mit unseren Fehlern und unserer 80-prozentigen Aufmerksamkeit, aber mit echter Empathie, Einfühlungsvermögen und Verständnis. Last chance! Last chance? :-)