Berufliche Eifersucht und Eifersucht in der Beziehung unterscheiden sich nur in einem einzigen Punkt. Wenn Sie auf Ihre Frau oder Ihren Mann eifersüchtig sind, sind Sie vielleicht klug genug, es nicht an die große Glocke zu hängen. Oder wie mein kleines Geschwisterchen sagen würde: „Dass deine Handflächen schwitzen, ist dein Problem. Das muss nicht jeder wissen.“

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Was ist eigentlich das Problem daran? Warum ist es schlimm, wenn ich auf jemanden eifersüchtig bin, ob in der Ehe oder im Beruf? Und warum ist es überhaupt schlimm, wenn ich es an die große Glocke hänge?

Zur Eifersucht in der Ehe sage ich lieber nichts, die soll Ihr armer Mann bzw. Ihre arme Frau ertragen, wenn das für Sie beide so passt.

Bleiben wir streng an der Business-Front, wie bisher.

Das Problem ist meiner Meinung nach ein doppeltes.

1. Warum sind Sie eifersüchtig?

2. Warum hängen Sie es an die große Glocke?

Fangen wir mit 1) an, vielleicht verliere ich so nicht den Faden. Wenn Sie berufliche Eifersucht empfinden, hat das in der Regel einen einzigen Grund, nicht mehr. (Wenig überraschend derselbe wie in der Ehe.) Mangelndes Selbstvertrauen. Nur lohnt es sich gerade an der beruflichen Front ganz besonders, hier kurz innezuhalten und in sich zu gehen.

Denn auf wen sind Sie eigentlich eifersüchtig? Und warum?

Auf die Person, die Ihnen die lang ersehnte Position weggeschnappt hat?

Oder auf die, die Ihnen den Kunden abgeluchst hat, den Sie schon so lange gewinnen wollten?

Oder auf die, die eine höhere Gehaltserhöhung bekommen hat, weil sie lauter jammert als Sie?

Wer Ihnen die Position weggeschnappt hat, hat in 99 % der Fälle mehr dafür getan. Oder es klüger angestellt.

Wer Ihnen den Kunden abgeluchst hat, dem hat man geglaubt, dass er besser sein wird als Sie, oder die Chemie hat einfach besser gestimmt, oder, noch banaler: Er war günstiger, anders, für den Kunden dort und in dem Moment besser als Sie. Aus welchem Grund auch immer.

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Wer eine höhere Gehaltserhöhung bekommen hat, hat eine höhere verdient oder kann seine Ansprüche besser kommunizieren, als Sie es getan haben.

Ja, und natürlich gibt es immer die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Aber ich bitte Sie: Deswegen eifersüchtig sein? Sollte man nicht lieber von dieser Person lernen?

Nicht lauter heulen lernen, das bloß nicht. Sondern hinschauen, was sie macht, staunen und sich sagen: Ja, wie recht sie hat, darin bin ich noch schwächer, daran arbeite ich noch. Ich lerne noch ordentlich Französisch, ich entwickle noch drei neue Produkte, ich merze noch die Rechtschreibfehler in meinen Werbematerialien aus.

Und das war's.

Wenn Sie eifersüchtig sind, ob in Ihrer Karriere oder in Ihrem Business, schätzen Sie sich vielleicht nicht genug wert. Ich bin keine Psychologin (wir haben übrigens jemanden im Team, der es ist, also wenn Sie sich damit sowohl Ihr Privatleben als auch Ihre Karriere vergällen, stellen wir gern den Kontakt her - aber nicht für ein Coaching), deshalb möchte ich mich nicht mit den Ursachen beschäftigen. Woher es auch kommt, egal. Gehen wir stattdessen zu 2) über, vielleicht ist der logische Bogen ja noch intakt.

Also, warum sollten Sie das alles nicht an die große Glocke hängen? Weil 1), was ich hier gerade beschrieben habe, nichts Neues ist. So wenig neu, dass es jeder weiß, der in seinem Leben schon einmal Eifersucht empfunden oder irgendeine Psychologie-Zeitschrift oder ein Psychologie-Buch aufgeschlagen hat.

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Ist der Groschen gefallen?

Ich glaube nicht, dass es im Business ein kontraproduktiveres Verhalten gibt, als berufliche Eifersucht nach außen zu tragen. Das ist, als würden Sie sich einen Zettel auf die Stirn kleben, auf dem steht: Ich habe nicht genug Selbstvertrauen.

Wenn man Ihnen die Führungsrolle vor der Nase weggeangelt hat und Sie dem Luft machen, werden Ihre Vorgesetzten Ihren Zettel lesen.

Wenn Sie über die Konkurrenz herziehen und in jedem, der im Umkreis von tausend Kilometern irgendetwas verkauft, einen Rivalen sehen, wird die Konkurrenz ihn lesen.

Und was wird man darin lesen?

Dass Sie sich für zu wenig halten.

Was Ihre Führungskraft darin bestärkt, dass es die richtige Entscheidung war, nicht Sie für die Position zu wählen. Und was dafür sorgt, dass die Konkurrenz ihr bisheriges Selbstvertrauen X jetzt als X+1 empfindet. Schließlich kann sie sich im Vergleich zu Ihnen sicher sein, dass sie besser dasteht. Und dadurch wird sie noch selbstbewusster.

Wenn Sie also gegen beide Punkte verstoßen, bringt Sie nicht nur die Situation selbst auf die Palme, die das grünäugige Monster in Ihnen geweckt hat, sondern die anderen legen auch noch den Finger auf Ihren wunden Punkt.

Wenn Sie also auch nur den Keim beruflicher Eifersucht bei sich zu entdecken glauben: Stopp, und strenge Selbstprüfung. Und dann richten Sie sich auf, spenden der anderen Person Applaus und schauen, was Sie von ihr lernen können, statt sie zu beneiden. Auch Ihnen geht es danach besser.

Soft-Skill-Entwicklung, Team- und Einzel-Business-Coaching finden Sie hier. Denkanstöße gibt es außerdem auf Facebook, wo wir endlich gern die Einwohnerzahl von Fonyód (einem Städtchen am Balaton) erreichen würden.

Bilder: https://supportforstepdads.com, https://relationshipremedy.com

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