Es ist Mode, über die Jungen zu schimpfen, weil sie von Job zu Job springen. Und zwar auf eine Weise, die Außenstehenden unlogisch erscheint: mit Ad-hoc-Entscheidungen und manchmal mit geradezu unvertretbar wirkenden Wendungen in ihrer Laufbahn.

Wir haben das Thema schon ein paar Mal angeschnitten und dabei unter anderem ausgeführt, warum es schade ist, irgendjemanden für dieses Phänomen zu verdammen - abgesehen von Ihrer eigenen Organisation. Das Phänomen Jobhopping - und nein, ich werde es nicht übersetzen, gleich erkläre ich, warum - ist aber nicht schädlich. Weder für die Mitarbeitenden noch für die Organisation. Nicht an sich. Denn es gibt Positionen, ja sogar ganze Abteilungen und Bereiche, in denen es für alle besser ist, wenn die Leute schnell wechseln. Genau um die wird übrigens meist am lautesten gejammert, was denn die Roboter mit diesen Jobs anstellen werden. Wären sie doch nur schon da.

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Das Problem ist also nicht das Phänomen, denn es ist eine natürliche Begleiterscheinung des Fachkräftemangels. Das Problem ist, dass es in den Köpfen immer noch nur eine einzige Kategorie gibt: den Jobhopper. Im Ungarischen wird das manchmal mit „állásszédelgő“ übersetzt, auf Deutsch etwa: Job-Blender.

Nur ist es so:

Vielleicht ist jeder Job-Blender ein Jobhopper, aber nicht jeder Jobhopper ist ein Job-Blender.

(Sie wissen schon: Insekt, Käfer usw. Wer mich kennt, versteht, warum ich mich öffentlich lieber nicht im Detail über Tiere auslasse ... :) ) 

Sie machen einen Fehler, wenn Sie den Kandidaten gar nicht erst anhören wollen, weil Sie schon an seinem Lebenslauf sehen, dass er in 3 Jahren 12 Arbeitgeber hatte. Und mit Jobhoppern geben Sie sich nicht ab. Weil sie gefährlich sind, weil sie unberechenbar sind, weil sie teuer sind. Womit Sie sogar recht haben könnten.

Allein danach, wie viele Arbeitgeber jemand hatte, sollten Sie ihn aber noch nicht verurteilen. Denn vielleicht hat er gar nicht geblendet. Wenn Sie niemanden einstellen wollen, der sechs Monate Lagerleiter war, dann neun Monate Finanzassistent, drei Monate Kurier, und das alles in sechs Ländern, und der in 10 Jahren NICHTS erreicht hat - dann haben Sie vielleicht Grund, ihn zu fürchten. Denn ja, es besteht tatsächlich die Möglichkeit (sicher wissen können Sie seine Gründe aber erst, wenn Sie ihn gefragt haben), dass er unüberlegt ist, sprunghaft, dass er nicht loyal sein wird und keine Ahnung hat, was er will, weder von sich selbst noch vom Leben noch von Ihnen. Vielleicht ist er wirklich so gefährlich, wie Sie befürchten. Nicht sicher, aber möglich.

Wenn Sie sich aber die Mühe machen würden, die Logik darin zu suchen, wie er von Job zu Job springt, müssten Sie sich vielleicht gar nicht mehr so sehr vor ihm fürchten. Denn gut möglich, dass bei genauerem Hinsehen von Blenden überhaupt keine Rede sein kann. Nur weil Sie seine Strategie nicht verstehen, sollten Sie nicht annehmen, dass er keine hat.

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Er blendet nicht, er kommt voran. Zur Seite, zur Seite, nach oben, nach oben, zur Seite, zur Seite, nach oben. Nach unten nicht - oder nur, weil er genau weiß, dass ihn auch ein vorübergehender Schritt zurück schneller an sein Ziel bringen kann. Er marschiert irgendwohin, wo er ankommen will. Er hat nur noch nicht DIE Firma gefunden, in der er das kann. Die gibt es auf dem Markt, glauben Sie mir. Und nicht wenige, sondern ziemlich viele. Jede Menge.

Jung, noch dazu Generation Y, nichts zu verlieren, dafür umso mehr im Kopf. Fachlich gut, spricht Sprachen, also gefragt. Er geht irgendwohin, schaut sich alles an, lernt, was er lernen kann, sieht keine Perspektive und zieht weiter. Aber nicht unüberlegt, sondern in die Richtung, in die er will. Warum sollte das Blenderei sein? Er kommt schön der Reihe nach voran, von Job zu Job, von Branche zu Branche. Leistungsprobleme hat er keine, Ärger macht er keinen. Es hat ihn nur noch niemand halten können.

Denn er ist nur sich selbst gegenüber loyal. 

Muss man deswegen Angst vor ihm haben? Ach was. Er ist kein Blender. Er ist nur job-aware. Offen, bewusst, selbstsicher. Er hat keine Angst vor dem Wechsel. Es fällt ihm leicht. Klar.

Genauso wie Ihnen. Seien Sie für ihn DIE Firma, und Sie werden ihn halten können. 

Es gibt also Jobhopper, es gibt Job-aware, und was gibt es noch? Das erfahren Sie in der zweiten Wochenhälfte. Schauen Sie bis dahin auf Facebook vorbei, damit Sie es nicht verpassen.

Bild: http://adage.com, https://www.linkedin.com/

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