Wie wird Ihre Präsentation unterhaltsam? Gar nicht. Nicht die Präsentation muss unterhaltsam sein, sondern der Vortrag. Wenn Sie sich nur das eine merken, können Sie schon nicht mehr allzu tief sinken. Trotzdem hier ein Leitfaden mit insgesamt 20 Wörtern, dem Sie folgen sollten, wenn Sie auf Konferenzen mehr testen wollen als nur das Häppchenbuffet.

 

 

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Danach auf Papier, auf Post-its, aus Knete, ganz wie Sie mögen. Aber auf keinen Fall in PowerPoint, denn dann fliegen Sie sofort aus Ihrem Gedankengang. Ihr Gehirn ordnet Ihre Gedanken nicht in Folien, also versuchen Sie lieber nicht, gleich so anzufangen.

Ich nutze seit einiger Zeit MindMup, für mich eine geniale Erfindung, aber egal, mit welchem Tool Sie arbeiten: Hauptsache, Sie können damit alle Gedanken zum Thema aufschreiben. 

 

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Wenn Sie alles aus sich herausgeschrieben haben, kommt der seit ewigen Zeiten gepredigte Gedanke, keine Ahnung mehr, von welchem Präsentationsguru er stammt: Ziehen Sie in Ihrem Vortrag einen einzigen Gedanken durch. Das gilt, ob Sie sich auf einen Vortrag von 5 oder von 45 Minuten vorbereiten. Eine einzige Botschaft, ein einziger Satz. Den man mit nach Hause nehmen kann.

Nicht, weil Sie Ihr Publikum für komplett blöd halten und glauben, dass es sich sowieso nicht mehr merken kann. Sondern weil sonst Sie selbst in Stücke zerfallen und mitten in der Präsentation nur noch vergessen, warum Sie sich überhaupt als Redner gemeldet haben.

 

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Wenn Ihr einer Satz steht, gehen Sie zurück zu Punkt 1, nehmen die Post-its, MindMup, die Zettel oder was auch immer Sie mögen und reihen sie entlang dieses einen Gedankens auf. In der Reihenfolge Ihrer eigenen Logik. Nicht Einleitung, Hauptteil, Schluss, sondern so, wie Sie es jetzt für richtig halten. Denn wenn Sie es anders machen, werden Sie Ihre künftigen Folien durcheinanderbringen. Hören Sie auf Ihr Gehirn.

 

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Es gibt 1001 Tools zum Erstellen von Präsentationen - wählen Sie eins davon und lernen Sie, damit umzugehen. Achten Sie aber darauf: Prezi, Emaze oder all ihre Verwandten mögen noch so bekannt sein, an den meisten Orten wird bis heute nur PowerPoint akzeptiert. Prüfen Sie zuerst, was erlaubt ist, und legen Sie dann los. Und machen Sie sich keine Illusionen. Ich zum Beispiel baue meine Folien meistens mit Canva und setze sie dann in PowerPoint ein.

Wenn Sie in Ungarn vortragen, werden Sie ohnehin mit guter Wahrscheinlichkeit erleben, dass nicht einmal Prezi erlaubt ist. Die Welt muss natürlich reformiert werden, da bin ich ganz bei Ihnen, aber bis dahin schadet es nicht, eine fertige PowerPoint-Präsentation in der Tasche zu haben.

 

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Bilden Sie Ihren fertigen Gedankengang als Präsentation ab. Die Grundlagen will ich jetzt nicht schon wieder wiederholen, lesen Sie nach: wie viele Wörter, welche Schriftgröße, wie viele Folien usw. Worauf Sie achten sollten: Nutzen Sie den Notizbereich von PowerPoint nur, wenn Sie nicht vergessen, ihn danach zu löschen. Sehr oft wird Ihre Präsentation online geteilt, und diese Gedanken muss niemand sonst sehen.

Vereinfachen Sie, was geht, und zwar sofort: Wenn sich etwas in 2D darstellen lässt, versuchen Sie es nicht in 3D. Was Sie sagen, schreiben Sie nicht hinter sich an die Wand. Keine hereinschwebenden Hintergründe, keine wirbelnden Animationen, belasten Sie Ihr Publikum mit nichts dergleichen. Bedenken Sie, dass es auch noch verarbeiten muss, was Sie sagen.

 

 

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Wenn Ihre Präsentation fertig ist, entrümpeln Sie sie Folie für Folie. Firmenlogo, Seitenzahl, wo-bin-ich-gerade-von-sechs, Titel, Name der vortragenden Person, Datum: ab in die Tonne. Auf den Folien bleibt nur das, was nötig ist, damit das Publikum diesen einen Satz mitnehmen kann. Mehr nicht. Ich habe noch nie erlebt, dass jemand rausgeflogen ist, weil er das Firmenlogo auf der zweiten Folie weggelassen hat, also vergessen Sie diese Ausrede ruhig. Wenn Sie wirklich zittern, dann setzen Sie es auf die erste und die letzte Folie, aber nicht auf die anderen. Eine Folie hat ihre Ecken nicht dafür, dass Sie sie mit überflüssigen Infos vollstopfen. Wer bis jetzt nicht wusste, welches Datum heute ist, den interessiert es vielleicht auch gar nicht.

Dasselbe gilt für Grafiken: Ein Diagramm braucht nicht unbedingt einen Titel, und wenn die Achsen eindeutig sind, brauchen auch die keine Beschriftung, gar nichts. Überflüssig. Gestalten Sie es so, dass es die Aufmerksamkeit nicht länger als zwei Sekunden bindet, warten Sie diese zwei Sekunden schweigend ab (!) und sagen Sie dann, was darauf zu sehen ist. Hinschreiben müssen Sie es nicht.

 

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Sagen Sie es einmal, zweimal, dreimal. So oft wie nötig. Laut, im Stehen. So, wie Sie es vor Publikum tun würden. Überlegen Sie dabei noch ein letztes Mal, warum die Leute gekommen sind. Wer sind sie? Duzen oder siezen Sie sie? Folien in der Landessprache oder halb auf Englisch? Wie gut kennen sie sich mit Ihrem Thema aus, wo setzen Sie an? Sprechen sie denselben Fachjargon wie Sie? Stoppen Sie die Zeit und sorgen Sie dafür, dass Ihr Vortrag mindestens 10 % kürzer ist als die Zeit, die Ihnen zur Verfügung steht. Live wird es sowieso länger, versuchen Sie, nicht zu überziehen, damit machen Sie den anderen das Leben schwer. Wenn Sie nach dem Üben etwas ändern müssen, tun Sie es. Feilen und polieren Sie ruhig an den Folien, so lernen Sie sie wenigstens kennen. Denken Sie sich Ihre Geschichten aus, die Sie in Ihre Botschaft einflechten. Das, wofür man sich an Sie erinnert, wofür man Ihnen am Ende gratuliert. Das, was Sie zum echten Speaker macht und nicht zu jemandem, der seine Präsentation vorliest.

 

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Wenn möglich, pünktlich. Und perfekt. Ohne Fußnoten, gut sichtbar. Nicht mit schwarzem Hintergrund und grauer Schrift. Denken Sie daran, dass an den meisten Orten noch heute Beamer mit uralter Auflösung stehen. Der Erfolg Ihres Vortrags soll nicht daran scheitern, dass die Pointe auf der Leinwand nicht zu sehen ist. Außerdem bringt Sie das selbst aus dem Konzept. 

 

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Am Tag des Vortrags: bequeme Kleidung, auf der man keinen Schweiß sieht. Denn Lampenfieber ist keine Schande, aber das muss sonst niemand wissen. Es darf sogar niemand wissen. Lieber over- als underdressed im Vergleich zum Publikum, aber Sie müssen sich bewegen können. Und Ihre Kleidung sollte nicht rascheln, wenn Sie das Mikrofon bewegen, denn es ist nicht gesagt, dass Sie ein Headset bekommen. Haben Sie ein Ersatzhemd dabei, falls Sie sich mit Kaffee bekleckern oder - gar nicht auszudenken - mit grünem Tee aus dem Beutel.  Und kommen Sie früh, damit Sie sich umsehen können. Machen Sie sich mit dem Ort vertraut, damit Sie nicht von der Bühne fallen, und mit den Menschen, damit Sie mit einer echten Geschichte, einem Twist einsteigen können. Improvisation setzt gründliche Vorbereitung voraus, vergessen Sie das nicht. 

 

 

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Genießen Sie jede Minute. Erstens, weil Leidenschaft das Einzige ist, womit Sie Menschen wirklich bewegen können. Zweitens, weil Sie sich nicht tagelang vorbereitet haben, um vorher nur zu zittern, ohgottwaswirdbloß, und hinterher, ohgottwaswardas.

Diese halbe Stunde gehört jetzt Ihnen. Sie haben nichts anderes zu tun, als dafür zu sorgen, dass sich die Menschen vor Ihnen Ihren Namen, Ihr Gesicht und Ihren Kopf merken. Die sind deswegen gekommen, Sie sind deswegen gekommen, enttäuschen Sie sie nicht.

Also noch einmal der Leitfaden:

  1. Vorher denken
  2. Ein Satz
  3. Gedanken ordnen
  4. Tool wählen
  5. Folien bauen
  6. Radikal entrümpeln
  7. Laut proben
  8. Sauber abliefern
  9. Früh erscheinen
  10. Einfach genießen

 

Na bitte, waren doch 20 Wörter, oder?

 

 HAT MIR GEFALLEN, ALLES WAHR. ICH FOLGE Y2Y AUF FACEBOOK.

 

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