Ich bin ein bisschen ausgebrannt. Diesen Satz hören wir mehrmals pro Woche, im Coaching, im Workshop, beim Kaffee. Manchmal stimmt er, manchmal nicht. Dieser Leitfaden hilft Ihnen herauszufinden, welcher Fall auf Sie zutrifft und was Sie damit anfangen.

„Ich bin ein bisschen ausgebrannt.“

Diesen Satz hören wir mehrmals pro Woche. Im Coaching, im Workshop, auf der Weihnachtsfeier beim Glühwein und ja, manchmal auch im eigenen Team. Burnout ist zu dem Wort geworden, das wir sagen, wenn wir die Nase voll haben. Vom Montag, vom Chef, vom Quartalsabschluss, von der dritten Umstrukturierung in diesem Jahr.

Und genau da beginnt das Problem. Denn wenn alles Burnout ist, ist nichts Burnout. Wer wirklich drinsteckt, geht im Lärm unter. Und wer seinen Job einfach nur satthat, bekommt ein beängstigendes Etikett verpasst, mit dem es ihm noch schlechter geht.

Dieser Artikel soll Ordnung schaffen. Was Burnout ist, was nicht, wie Sie es bei sich selbst oder in Ihrem Team erkennen und was Sie tun können, bevor es zu spät ist. Es wird lang, machen Sie sich einen Kaffee. Oder, falls Sie heute schon beim dritten sind, lieber einen Tee :)

Was ist Burnout, in einem Satz?

Burnout ist die Folge von anhaltendem, unbewältigtem Stress am Arbeitsplatz. Keine schlechte Woche, kein hartes Projekt, sondern eine Belastung, die sich über Monate oder Jahre aufstaut und der man nicht ausweichen kann.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Burnout seit 2019 auch in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11), allerdings mit einem wichtigen Detail: nicht als Krankheit, sondern als berufsbezogenes Phänomen. Sie bindet es also ausdrücklich an die Arbeit. Die WHO beschreibt drei Dimensionen:

  1. Erschöpfung, ein Energiemangel, der auch durch Erholung nicht verschwindet.
  2. Innere Distanz zur Arbeit, Zynismus, Negativität, „ist mir egal“.
  3. Sinkende berufliche Leistungsfähigkeit, das Gefühl, zu nichts zu taugen.

Neu ist der Begriff übrigens nicht. Der US-amerikanische Psychologe Herbert Freudenberger hat ihn 1974 als Erster beschrieben, Christina Maslach hat ihn messbar gemacht. Wir reden also seit fünfzig Jahren darüber. Und seit fünfzig Jahren tun wir genau das, was zu Burnout führt. Interessant, oder?

Was ist KEIN Burnout?

Bevor jemand sich selbst (oder die Kollegin nebenan) diagnostiziert, schauen wir uns an, was ähnlich aussieht, aber etwas anderes ist.

Müdigkeit. Sie hatten einen harten Monat, waren ein langes Wochenende weg, und am Montag haben Sie wieder Lust zu arbeiten? Dann war es Müdigkeit. Burnout verschwindet nicht nach einem langen Wochenende. Nicht einmal nach zwei Wochen Urlaub, im Gegenteil: Viele merken gerade nach dem Urlaub, dass etwas nicht stimmt. Sie sind ausgeruht und wollen trotzdem nicht zurück.

Langeweile. Unser Kollege Balázs Bezerédy-Herald hat einmal die Geschichte eines Klienten aufgeschrieben: Führungskraft in hoher Position, seit 14 Jahren im Unternehmen, sein Thema laut eigener Aussage: Burnout. Es stellte sich heraus, dass er gar nicht erschöpft war. Er hatte einfach überhaupt keine Lust mehr auf das, was er tat. Das ist kein Burnout, das ist Langeweile, und die Lösung ist eine völlig andere. Wenn Sie der Unterschied interessiert, lesen Sie den Artikel Burnout oder Langeweile?

Erstarrung. Das ist ein neueres Phänomen, das wir in den letzten ein, zwei Jahren immer häufiger sehen. Wer ausgebrannt ist, ist zu viel gelaufen. Wer erstarrt ist, läuft nicht einmal dann, wenn es sein muss. Dahinter steckt kein übermäßiges Engagement, sondern Resignation und eine fehlende Zukunftsperspektive. Csilla Csatlós hat als Gastautorin bei uns darüber geschrieben: Erstarrt. Ein Verwandter davon ist das Back-Sitting: Jemand ist körperlich anwesend, mental aber längst gegangen: Back-Sitting: Die stille Krise, über die niemand spricht.

Depression. Und das ist das Wichtigste. Die Symptome von Burnout und Depression können sich überschneiden, aber eine Depression ist eine medizinische Frage. Wenn Sie anhaltende Hoffnungslosigkeit oder ein Gefühl der Wertlosigkeit erleben, wenn Ihnen auch außerhalb der Arbeit nichts mehr Freude macht, wenn Schlaf oder Appetit dauerhaft aus dem Lot sind oder wenn in irgendeiner Form der Gedanke „es wäre besser, wenn es mich nicht gäbe“ auftaucht, dann brauchen Sie keinen Coach, sondern ärztliche oder psychologische Fachhilfe. Jetzt. Nicht nächsten Monat.

Als Coaches nehmen wir diese Grenze sehr ernst. Wenn auch nur ein Verdacht aufkommt, verweisen wir an eine Psychologin oder einen Psychologen. Nicht, um jemanden abzuwimmeln, sondern weil das der einzig faire Weg ist.

Die Symptome von Burnout

Csilla Csatlós, die schon mit Hunderten ausgebrannter Klientinnen und Klienten gearbeitet hat, nennt meist diese Liste (das ganze Gespräch finden Sie hier: Was Sie über Burnout wissen sollten):

  • chronische Müdigkeit, die auch dann nicht vergeht, wenn Sie sich ausruhen,
  • Antriebslosigkeit, aus der Sie auch eine neue Herausforderung oder eine spannende Aufgabe nicht herausholt,
  • anhaltender Leistungsabfall,
  • Vergesslichkeit, Fehler in Serie, auch im Privatleben,
  • Lustlosigkeit, die inzwischen auch zu Hause mit Ihnen am Abendbrottisch sitzt,
  • Zynismus, ständiges Kritisieren der Welt und der Menschen,
  • das Gefühl vom halb leeren Glas, in alles Gute mischt sich ein „aber“,
  • Grübeln darüber, dass Sie nicht gut genug sind,
  • körperliche Beschwerden ohne organische Ursache (Kopfschmerzen, Magen, Rücken und sehr oft der Schlaf).

Und es gibt einen Schnelltest aus drei Sätzen. Wenn alle drei auf Sie zutreffen, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Situation:

  1. Ich habe die Nase voll von Menschen.
  2. Im Kopf kündige ich oft.
  3. Ich ziehe mich aus geselligen Anlässen zurück.

Alle drei abgehakt? Dann lesen Sie weiter und machen Sie den Test am Ende des Artikels.

Eine Beobachtung, die viel verrät

Csillas Erfahrung, und auch unsere: Bei Frauen geht die rote Lampe deutlich früher an, und sie holen sich schneller Hilfe. Männer kommen typischerweise erst, wenn auch der Körper Signale sendet, am häufigsten in Form von Schlafstörungen. Das heißt, meine Herren: „Ich halte das schon aus“ ist keine Strategie. Das ist eine Rechnung, die nur später kommt.

Die Phasen von Burnout

Burnout kommt nicht von heute auf morgen. Es ist ein Prozess, und die gute Nachricht lautet: Je früher Sie ihn bemerken, desto leichter kommen Sie wieder heraus. Freudenberger hat ursprünglich zwölf Phasen beschrieben, in der Praxis reichen meist fünf:

  1. Begeisterung. Unrealistische Ziele, Idealisierung des Berufs, enormer Schwung. „Das kriege ich hin.“ Das fühlt sich noch gut an. Genau deshalb ist es gefährlich.
  2. Realismus. Die Begeisterung lässt nach, die Leistung pendelt sich auf einem normalen Niveau ein. Hier kann noch alles in Ordnung sein.
  3. Stagnation. Die Arbeit ist keine Freude mehr, sondern Routine. Sie machen sie, weil Sie müssen.
  4. Frustration. Anspannung, Reizbarkeit, sinkende Leistung. Spätestens jetzt merkt es auch Ihr Umfeld, sagt es Ihnen aber vielleicht nicht.
  5. Apathie. Erschöpfung, innere Leere, emotionale Abstumpfung, oft zusammen mit einer privaten Krise.

Das Überraschende: Burnout beginnt in der ersten Phase, nicht in der letzten. Bei der übermäßigen Begeisterung. Wenn in Ihrem Leben nur eine einzige Sache Sinn und Energie stiftet und diese Sache die Arbeit ist, dann brennt dort eben alles leichter ab. Balázs hat das sehr schön ausgeführt: Burnout beginnt nicht im Büro.

Wen bedroht Burnout?

Kurze Antwort: jeden.

Längere Antwort: Viele glauben, Burnout sei ein Privileg von Führungskräften. Ist es nicht. Ausbrennen können eine Gärtnerin, ein Tellerwäscher, ein Mitarbeiter im Kundenservice, ein Elternteil mit kleinen Kindern zu Hause. Es hängt weder von der Ausbildung noch von der Position ab.

Es gibt aber Muster, die wir immer wieder sehen:

  • Perfektionisten. Für sie sind auch 98 Prozent ein Misserfolg. (Falls Sie sich wiedererkannt haben: Hallo, wir sind auch hier.)
  • Menschen mit wenig Selbstvertrauen, die aus dem Zwang heraus, sich zu beweisen, zu allem Ja sagen.
  • Alle, bei denen zum Druck im Job noch private Belastungen kommen. Scheidung, kranke Eltern, kleine Kinder, Umzug. Diese Kombination ist fast ein sicheres Rezept.
  • Mittlere und obere Führungskräfte in Konzernen, wo extremer Leistungsdruck und unerfüllbare Erwartungen die häufigste Ursache sind.
  • Beschäftigte in Banken, in der IT und in Kreativberufen, wo Tempo und Unsicherheit Dauerzustand sind.

Und es gibt eine Gruppe, über die weniger gesprochen wird: die Vertretungen, die die Arbeit einer ausgebrannten Kollegin oder eines ausgebrannten Kollegen mittragen. Burnout ist nämlich ansteckend. Ein Mensch, der schon länger ausgebrannt ist, kann das ganze Team mit nach unten ziehen, und das Team merkt es oft gar nicht, sondern nur, dass „gerade irgendwie alles schwer ist“.

Wessen Verantwortung ist das? Spoiler: die aller Beteiligten

An diesem Punkt scheitern die meisten Artikel über Burnout. Entweder geben sie dem Arbeitgeber die Schuld („die toxische Firma hat mich kaputtgemacht“) oder dem Einzelnen („lernen Sie endlich, Nein zu sagen“).

Beides stimmt. Keins von beiden reicht.

Ihr Teil. Wenn Sie sich selbst reflektieren und merken, dass etwas nicht stimmt, dann ist es Ihre Aufgabe, eine Grenze zu ziehen, sich Hilfe zu holen, Nein zu sagen. Sie können nicht die ganze Verantwortung bei Ihrem Arbeitgeber abladen. Stultum est queri de adversis, ubi culpa est tua. Es ist töricht, über das Unglück zu klagen, wenn man selbst schuld daran ist. Na gut, Sie sind nicht immer selbst schuld. Aber der Schlüssel zum Ausweg sind immer Sie.

Der Teil der Führungskraft. Die Führungskraft kann die Zeichen am frühesten sehen, wenn sie hinschaut. Sie entscheidet, ob das Team seit Wochen auf 120 Prozent läuft und ob das einen Anfang und ein Ende hat. Denn ein paar Wochen Extremtempo sind drin, wenn man weiß, wie lange sie dauern. Dauerhafte Hetze ohne Ende ist nicht drin. Das Beispiel Michael Jordan handelt genau davon: genial, und genau die Führungshaltung, unter der viele von uns leiden. Michael Jordan - das schlechte Vorbild

Der Teil der Organisation. Kultur, Arbeitslast, Ressourcen und die Frage, wie offen man sagen darf: Ich schaffe das nicht. Der Verlust einer ausgebrannten Kollegin, der Headhunter, die Einarbeitung, das verlorene Wissen sind immer teurer, als rechtzeitig zu helfen. Das ist keine Wohltätigkeit, das ist schlichte Betriebswirtschaft.

Die drei größten Irrtümer über Burnout

1. „Burnout ist eine Krankheit der Schwachen.“ Nein. Gerade die Engagiertesten, die Zuverlässigsten, die „der regelt das schon“-Typen brennen am häufigsten aus. Wer schwach ist, steigt viel früher aus.

2. „Ich kündige einfach, dann ist alles gut.“ Das ist unser Favorit. Wir haben eine Führungskraft erlebt, die mit körperlichen Symptomen, schwer ausgebrannt, gekündigt hat, weil man ihr das geraten hatte. Drei Monate später ging es ihr am neuen Arbeitsplatz schlechter als vorher. Denn woanders hinzugehen und alles genauso zu machen ist keine Veränderung. Das ist ein Umzug. Sie packen das Problem in die Kartons und packen es im neuen Büro wieder aus.

3. „Ich gehe ins Sabbatical, dann bin ich wieder fit.“ Manchmal funktioniert das. Oft nicht, wenn nach der Rückkehr dasselbe System wartet. Darüber haben wir ausführlich geschrieben: Ein Sabbatical, das Ihre Motivation wieder geraderückt? Na ja...

Und noch ein Bonus: „Wenn ich einmal ausgebrannt war, passiert mir das nicht wieder.“ Burnout ist nicht wie Windpocken, Sie werden davon nicht immun. Csilla hatte einen Klienten, der ihr zwei Tage nach ihrem Gespräch schrieb: In zwanzig Jahren als Führungskraft sei er viermal ausgebrannt, er habe damals nur nicht gewusst, dass man das so nennt. Was allerdings stimmt: Wer schon einmal drinsteckte und sich halbwegs selbst reflektiert, zieht die Notbremse früher.

Wie finden Sie heraus, wo Sie stehen?

Das Schlimmste, was Sie tun können, ist abzuwinken: Das wird schon wieder. Von allein wird es meistens nicht.

Der erste Schritt ist, klar zu sehen, wo Sie stehen. Dafür haben wir den Burnout-Check Burnout Compass entwickelt. Er ist kostenlos, hat 22 Fragen, dauert etwa 12 Minuten und basiert auf zwei international validierten Skalen (Copenhagen Burnout Inventory und Oldenburg Burnout Inventory, angepasst an das Umfeld von Führungskräften). Er misst vier Dimensionen: körperliche Erschöpfung, emotionale Erschöpfung, kognitive Distanzierung sowie Team und Organisation. Das Ergebnis sehen Sie in einem einzigen Index, und Ihren persönlichen Report bekommen Sie per E-Mail.

Ein wichtiger Punkt: Der Test dient nur der Orientierung. Er ersetzt keine ärztliche oder psychologische Diagnose. Er hilft Ihnen, sich nicht auf Ihr Bauchgefühl zu verlassen, sondern einen Ausgangspunkt zu haben. Wenn Sie Führungskraft sind, lohnt es sich, ihn auch Ihrem Team zu schicken (freiwillig, nicht als Pflichtübung, ich bitte Sie).

Was können Sie tun, wenn Sie sich wiedererkannt haben?

Ein Patentrezept gibt es nicht, aber ein paar Dinge, die bei fast allen funktionieren:

  1. Sprechen Sie es aus. Zuerst sich selbst gegenüber. „Ich schaffe das nicht“ ist kein Scheitern, sondern eine Information.
  2. Schauen Sie, wo Sie stehen. Machen Sie den Test und nehmen Sie das Ergebnis ernst.
  3. Trennen Sie die Belastungen. Was kommt wirklich aus der Arbeit, und was aus dem Privatleben? Beides addiert sich, und wenn Sie nur auf eines schauen, suchen Sie die Lösung an der falschen Stelle.
  4. Ziehen Sie eine Grenze, eine einzige. Nicht zehn. Eine, die Sie auch halten können. Zum Beispiel: Nach 20 Uhr öffnen Sie keine E-Mails mehr. Wenn das zwei Wochen lang klappt, kommt die nächste.
  5. Zeichnen Sie Ihr Lebensrad. Ein Kreis, aufgeteilt danach, wofür an einem durchschnittlichen Tag wie viel Zeit und Energie draufgeht. Dann ein zweiter Kreis, so wie Sie es gern hätten. Der Unterschied sagt mehr als jeder Ratschlag.
  6. Begeistern Sie sich für mehrere Dinge. Sport, Freunde, Musik, ein albernes Hobby. Lassen Sie nicht zu, dass ein einziges großes Feuer allem anderen den Sauerstoff wegnimmt.
  7. Sprechen Sie mit Ihrer Führungskraft. Ja, das ist beängstigend. Aber eine gute Führungskraft erfährt es lieber jetzt als aus dem Kündigungsschreiben.
  8. Holen Sie sich Hilfe. Einen Coach, wenn Sie sich in einer frühen Phase befinden und im Kopf Ordnung schaffen müssen. Psychologische oder ärztliche Hilfe, wenn die Symptome schwer sind, schon lange andauern oder auch der Verdacht auf eine Depression besteht.

Im Coaching ist die Arbeit an einem Burnout bei uns oft kürzer, als Sie vielleicht denken. Manchen reicht ein einziger intensiver Tag (wir nennen das Detox-Coaching), um die große Erkenntnis und einen Plan zu haben, den Rest schaffen sie dann selbst. Bei anderen, bei denen die Ursachen komplexer sind, braucht es vier bis fünf Sitzungen. Meist manövriert man sich selbst in diese Lage, und mit guten Chancen kommt man auch selbst wieder heraus. Der Coach begleitet dabei, er zaubert nicht. Hören Sie in unser Gespräch zum Thema hinein: So überstehen Sie einen Burnout - Detox-Coaching.

Was können Sie als Führungskraft tun?

Wenn Sie führen, haben Sie eine doppelte Aufgabe: auf sich selbst achten (eine ausgebrannte Führungskraft brennt auch ihr Team aus) und auf Ihr Team.

  1. Achten Sie auf Veränderungen, nicht auf den Zustand. Der stille Kollege, der immer still ist, ist in Ordnung. Die quirlige Kollegin, die plötzlich still geworden ist, die ist ein Signal.
  2. Fragen Sie, und hören Sie sich die Antwort an. Im One-on-One geht es nicht um den Projektstatus, der steht in der Tabelle. Sondern darum, wie es dem Menschen geht.
  3. Geben Sie der Hetze einen Anfang und ein Ende. „Die nächsten drei Wochen werden extrem, danach fahren wir runter“ ist etwas völlig anderes als der endlose Sprint.
  4. Seien Sie nicht selbst das schlechte Vorbild. Wenn Sie um Mitternacht E-Mails schicken, lernt Ihr Team, dass man um Mitternacht antworten muss. Egal, was Sie sagen.
  5. Gehen Sie es gemeinsam an. Eine Befragung auf Teamebene (anonym, freiwillig) sagt viel mehr als zehn Bauchgefühle. Und ein eintägiger Workshop zum Erkennen von Burnout kann Wunder wirken, weil er eine gemeinsame Sprache schafft.

Bei Y2Y bieten wir Unternehmen eintägige Workshops zur Burnout-Prävention, Einzel- und Teamcoaching sowie Führungskräfteentwicklung an, bei der dieses Thema immer auf den Tisch kommt. Denn für Mitarbeiterbindung und weniger Fluktuation ist es eine der wichtigsten Fragen, nur wird es selten so behandelt.

Und was ist mit der Frage „Arbeiten wir zu wenig oder zu viel“?

Ein letzter Gedanke, weil auch das oft gefragt wird. Burnout hängt nicht einfach von der Zahl der Arbeitsstunden ab. Manche sind mit 50 Stunden pro Woche glücklich, andere brennen bei 30 aus. Was zählt: ob Sie Kontrolle haben, ob das, was Sie tun, Sinn ergibt, ob Sie Anerkennung bekommen und ob Sie ein Leben außerhalb der Arbeit haben. Wenn davon zwei Dinge fehlen, ist es egal, wie viele Stunden Sie arbeiten. Über dieses Paradox haben wir hier geschrieben: Arbeiten wir denn nun zu wenig oder zu viel?

Zusammengefasst

Burnout ist real, ernst und keine Krankheit der Schwachen. Es ist ein Prozess mit Warnsignalen, und je früher Sie sie bemerken, desto leichter kommen Sie heraus. Es ist keine Müdigkeit, keine Langeweile und keine Depression, auch wenn es jedem davon ähneln kann. Die Verantwortung ist geteilt: Sie liegt bei Ihnen, bei Ihrer Führungskraft und beim Unternehmen.

Und das Wichtigste: Warten Sie nicht, bis Ihr Körper es Ihnen sagt. Das wird immer teurer.

Machen Sie den Burnout-Compass-Check, 12 Minuten. Und wenn Ihr Team oder Ihr Unternehmen Unterstützung braucht, schreiben Sie uns: INFO@Y2Y.HU.

Wenn Sie das Gefühl haben, nicht mehr weiterzukönnen, oder Gedanken an Selbstverletzung haben, versuchen Sie nicht, das allein zu lösen. Wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt oder an die Telefonseelsorge in Ihrem Land. In Ungarn erreichen Sie den psychologischen Krisendienst Lelki Elsősegély Telefonszolgálat kostenlos und rund um die Uhr unter 116-123.

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